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Kinder- und Jugendpsychiatrie-Erfahrene
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Junge Erwachsene mit Psychiatrie-Erfahrung

Auf dem Selbsthilfetag des Landesverbandes Psychiatrie-Erfahrener NRW e.V. in Köln am 5. April 2014 tat sich eine Arbeitsgruppe zum Thema "Junge PE" zusammen. Unser Ziel war es, in der Gruppendiskussion zu erarbeiten, mit welchen Problemen junge Erwachsene in der Psychiatrie landen, wie ihre Lebenssituation aussieht, was ihnen hilft und welche Projekte von und mit jungen PE sinnvoll sind. Wir waren zwei junge Frauen unter 25 und ansonsten Männer und Frauen zwischen 38 und 55 Jahren, die alle selbst als junge Erwachsene ihren ersten Psychiatriekontakt hatten und im Laufe ihres Lebens viele junge Leute mit ähnlichen Problemen trafen. Die Ergebnisse unserer Gruppenarbeit fasse ich hier zusammen.

Uns junge Leute zwischen 18 und 25 Jahren trifft man in den letzten Jahren in immer größerer Zahl auf den psychiatrischen Stationen an. Meist schlummern vielfältige Probleme im Hintergrund: Oft wuchsen wir in problematischen Familienstrukturen auf, manche erlebten Gewalt oder Missbrauch in der Familie oder dem weiteren Bekanntenkreis. Viele haben noch nicht ihren Platz in der Gesellschaft gefunden, waren oft Außenseiter oder fühlten sich einsam und unverstanden. Nicht selten spielen auch Drogen eine Rolle, mit denen wir seelisches Leid zu verdrängen versuchen. Da unsere Krise direkt in die sensible Abnabelungsphase von den Eltern fällt, kann vieles länger dauern als bei unseren nicht psychiatrie-erfahrenen Altersgenossen. Vielleicht ist unsere Wohnsituation unsicher und wir müssen übergangsweise Unterstützungsangebote wahrnehmen, um unabhängiger von der Familie zu werden. Für viele verläuft der Ausbildungs- und Berufseinstieg holprig, dauert länger oder es kommt zu Abbrüchen.

Stück für Stück müssen wir unsere Lebensbedigungen umgestalten und uns weiterentwickeln: Verantwortung übernehmen, Entscheidungen treffen und umsetzen. Gesunde Freundschaften schließen und pflegen. Schulabschlüsse nachholen, den für uns richtigen Beruf erlernen, das Wunsch-Studienfach finden. Herausfinden, was uns gut tut und wie wir unser Leben leben wollen. Der Austausch mit ähnlich Betroffenen, sich-Einbringen in der Selbsthilfe und die Erkenntnis, dass der eigene Einsatz etwas bewirkt können uns dabei ein gutes Stück voranbringen!


Grafiken: 1) U. Herbert / pixelio, 2) H. Souza  / pixelio





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